‘Im Schatten des Kriegers. Vater und Sohn, im Kampf, im Tod und im Leben. Zur
Psychopathologie der Kinder gefallener Nationalsozialisten’:
Titelinformation
Neuerscheinung
Rüdiger Opelt, Bruno Kahowez, Günter Kahowez
Im Schatten des Kriegers
Vater und Sohn, im Kampf, im Tod und im Leben. Zur Psychopathologie der Kinder gefallener
Nationalsozialisten
2010. 157 S., 17 x 24 cm, 93 s/w-Fotogr., 4 Reprod. v. Dok.
Kartonierte Ausgabe: ISBN 978-3-89911-113-2, € 19,50
Ausgabe in Bibliotheksleinen: ISBN 978-3-89911-128-6, € 37,50
Lieferbar
Eine Geige ist alles, was ihm vom Vater blieb: Günter Kahowez ist Kriegswaise, er
kannte seinen Vater kaum. Dieser starb, als er drei Jahre alt war, und er wächst mit dem
Bewusstsein auf, dass sein Vater als Held in Russland gefallen sei.
Im Alter von 52 Jahren entdeckt Günter Kahowez das in Vergessenheit geratene Kriegstagebuch
seines Vaters Bruno, das sein Bild von ihm zerstört: Der Vater offenbart sich als fanatischer
Nationalsozialist bis in den Tod.
Das vorliegende Buch zeichnet den Weg nach, der Günter Kahowez aus dem Schatten des
Kriegers führte. Indem er die Welt des Krieges aus dem Tagbuch des Vaters mit der Welt der
Musik seines Berufes und der Welt der Psychologie in der Therapie verknüpfte, fand er die
Gefühle und Erfahrungen des Vaters in seinem eigenen Leben wieder. Er akzeptierte den Vater als
Teil seiner eigenen Biographie und fand so zu seinem Leben zurück.
Grundlage dieses Buches sind die Tagebucheintragungen, die Bruno Kahowez in den Jahren 1941 bis
1943 an der Front schrieb. In den einzelnen Kapiteln wird den Taten des Vaters das Erleben des Sohnes
gegenüber gestellt und so aufgezeigt, dass es in beider Leben gemeinsame seelische Muster gab,
die nach der Chronologie des Russlandsfeldzuges abliefen.
Die Geschichte von Günter und Bruno Kahowez ist ein beredtes Beispiel dafür, wie
Gefühle und Erfahrungen vom Vater auf den Sohn übertragen werden können. Sie
veranschaulicht die psychologische Theorie der Symptomübernahme, die Rüdiger
Opelt in seinem Buch "Die Kinder des Tantalus" dargelegt hat. Das persönliche Nachwort
Günter Kahowez’ schildert eindrucksvoll den Schaden, den der Fanatismus des Vaters in
der Seele des Sohnes angerichtet hatte - und den dieser überwand.
Erst in den letzten Jahren hat die Öffentlichkeit zur Kenntnis genommen, dass die oft schweigend
übergangene Involviertheit von Eltern in Nationalsozialismus und Zweiten Weltkrieg bei ihren
Kindern zu - teils über Jahrzehnte verdeckten - seelischen Belastungen führte, die
unterschwellig auf deren Lebenswege wirkten. Der hier vorgestellte Therapieverlauf des international
renommierten österreichischen Komponisten Günter Kahowez ist nicht nur ein Lichtblick
für Betroffene. Er bietet der Traumaforschung theoretische wie praktische Ansatzpunkte, bereichert
die Totalitarismus- wie die Kriegsfolgenforschung und beleuchtet einen lange vernachlässigten
Aspekt der Gesellschaftsgeschichte der Nachkriegszeit.
Der Inhalt
Einleitung · 1. Aus Klimts Idylle in den Kreuzzug · 2. Die Glaubenskriege ·
3. Die Vernichtung des Feindes · 4. Der Verlust der Würde · 5. Das geplante
Desaster · 6. Der frühe Erfolg · 7. Die fanatische Überzeugung · 8.
Verbrannte Erde · 9. Die Angst vor dem Untergang · 10. Krankheit · 11.
Verluste · 12. Rückzug · 13. Der innere Gegner · 14. Heimweh ·
15. Abschied · 16. Komm, süßer Tod · 17. Das Phantom des Feindes:
Nachwort von Günter Kahowez zum Kriegstagebuch seines Vaters Hauptmann und Kompaniechef
Bruno Kahowez gefallen am 10.10.1943 an der Ostfront · 18. Die Geister der Gefallenen
Zur Betrachtung der Seiten eines PDF-Dokumentes benötigen Sie das Programm Acrobat Reader.
Wenn es in Ihrem System noch nicht installiert ist, gelangen Sie
durch Anklicken des folgenden Logos zur Herstellerfirma Adobe Inc., von wo Sie es jetzt kostenlos
beziehen können.