‘Ringelnatz als Mariner im Krieg 1914-1918’: Titelinformation
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Stephan Huck (Hg.)
Ringelnatz als Mariner im Krieg 1914-1918
Mit Beiträgen von Frank Möbus, Werner Rahn, Friederike Schmidt-Möbus, Frank Woesthoff
Kleine Schriftenreihe zur Militär- und Marinegeschichte Band 4 (ISSN 1617-3074)
2003. 128 S., 17 x 24 cm, 21 s/w-Fotogr., 2 Tab.
Kartonierte Ausgabe: ISBN 978-3-89911-004-3, € 9,80
Ausgabe in Bibliotheksleinen: ISBN 978-3-89911-014-2, € 27,80
Lieferbar



Joachim Ringelnatz, der mit bürgerlichem Namen Hans Bötticher hieß, ist heute vor allem als Autor von Spaßgedichten und Schöpfer der anarchischen Figur des Seemanns Kuttel Daddeldu bekannt. Sein sonstiges künstlerisches Werk aber ist weitgehend in Vergessenheit geraten. Zu diesem zählen auch seine unter dem Titel "Als Mariner im Krieg" veröffentlichten Erinnerungen an die Kriegsjahre 1914-1918. Detailgetreu und realitätsnah schildert Ringelnatz darin sein Kriegserleben und liefert ein ungewöhnlich authentisches Bild der kaiserlichen Marine im Krieg abseits der stolzen Linienschiffe, die der Autor nur aus der Ferne bewundern konnte. Er selbst fuhr auf umgebauten Schleppern und Kuttern zur See - Einheiten, die bislang in der Literatur kaum Beachtung gefunden haben.

Ringelnatz als Mariner im Krieg 1914-1918 erscheint zur gleichnamigen Ausstellung vom 26.06.2003 bis zum 11.01.2004 im Deutschen Marinemuseum in Wilhelmshaven. Der Band stellt Ringelnatz’ persönliches Kriegserleben in den Kontext der Ereignisse des Ersten Weltkrieges zur See und ist zugleich ein Beitrag zur Werksgeschichte. Er wird eröffnet mit einem biographischen Abriss, in dem Frank Woesthoff die Bedeutung der zivilen und militärischen Seefahrt für Ringelnatz’ Werdegang aufzeigt.

Die historischen Ereignisse, deren Zeuge Ringelnatz in den Kriegsjahren wurde, stellt Werner Rahn im Überblick dar. In profunder und allgemein verständlicher Weise zeichnet er die Orientierungslosigkeit und Entscheidungsschwäche der Marineführung und ihres obersten Befehlshabers, Deutschlands marinebegeisterten Kaisers, sowie deren Folgen nach.

Dass Joachim Ringelnatz trotz der zehn Jahre, die zwischen dem Kriegsende und der Niederschrift seiner Kriegserlebnisse lagen, selbst Details minutiös und wirklichkeitsgetreu wiederzugeben vermochte, weist Frank Möbus’ Beitrag nach. Auch mit sich selbst ging Ringelnatz dabei schonungslos ins Gericht. Mit seiner wenig heroischen Publikation setzte er einen bewussten Kontrapunkt zum Rechtsruck, den die Weimarer Republik in jenen Jahren erlebte.

Die von Friederike Schmidt-Möbus verfasste tabellarische Biographie des Dichters rundet den Band ab.



Die Beiträge

Frank Woesthoff
"Kleiner Seemann und bedeutender Mensch": Die maritime Biographie des Hans Bötticher alias Joachim Ringelnatz

Werner Rahn
Die Kaiserliche Marine und der Erste Weltkrieg

Frank Möbus
Lapidarer Defätismus. Die Autobiographie des Mariners Hans Bötticher

Friederike Schmidt-Möbus
Leben und Werk des Joachim Ringelnatz





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