‘Adel und Kirche in der Grafschaft Armagnac. Das cluniacensische Priorat Saint-Jean- Baptiste de Saint-Mont’: Titelinformation
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Raphaela Averkorn
Adel und Kirche in der Grafschaft Armagnac
Das cluniacensische Priorat Saint-Jean-Baptiste de Saint-Mont
Europa in der Geschichte Band 1 (ISSN 0944-355X)
1997. 440 S., 24 x 17 cm, 31 graph. Abb.
Kartonierte Ausgabe: ISBN 978-3-924517-73-1, € 66,00
Ausgabe in Bibliotheksleinen: ISBN 978-3-924517-63-2, € 84,00
Lieferbar



Das Werden einer Grafschaft und eines Klosters im Hohen Mittelalter zeigt die vorliegende Studie in paradigmatischer Weise. Darin ist sie ein wichtiger Beitrag zur Sozial-, Wirtschafts-, Kirchen- und Ordensgeschichte des europäischen Mittelalters. Denn die Ausstrahlung der Grafschaft Armagnac und des Priorats Saint-Mont reichte von der Gascogne über Aquitanien bis nach Burgund und Spanien.

Grundlage von Raphaela Averkorns Darstellung ist die erstmalige Auswertung der beiden Chartulare von Saint-Mont - des Rotulus und des Codex - und in deren Folge eine vollständige Analyse des reichhaltigen Quellenmaterials. In ihrem Verlaufe konnten die bisher bekannten Daten zur Chronologie des Klosters und der politischen Geschichte in der Gascogne korrigiert bzw. neu bestimmt werden.

Mikrogeschichtlich bedeutsamstes Ergebnis von Raphaela Averkorns Studie ist der Nachweis der außerordentlichen Bedeutung des laikalen Umfelds für die Entwicklung des Klosters. Neben den Familien des hohen Adels konnte sie 117 Familien bzw. familiäre Gruppen ermitteln, die zum größten Teil zu den milites zu zählen sind. Ihre Zusammensetzung und ihre Beziehungen untereinander hat sie in 27 genealogischen Tafeln dokumentiert.

Der Vorbildcharakter, den dieses cluniacensische Priorat über die Grenzen der Grafschaft hinaus besaß, wird auch durch die Zusammenhänge erhellt, die Schenkungen, Seelgerätstiftungen, Konversionen, Oblationen und sozial-caritative Leistungen betreffen.

Das armagnacesische Kloster Saint-Mont war eines der ersten Klöster der Gascogne, das zur Cluniacensis ecclesia gehörte. Es entwickelte sich seit 1036 zum bedeutendsten monastischen Zentrum in der Grafschaft Armagnac und wurde von den wichtigsten Persönlichkeiten aus seinem kirchlichen und laikalen Umfeld getragen: den Grafen von Armagnac, den Vizegrafen von Béarn, den Erzbischöfen von Auch und nicht zuletzt von den Äbten von Cluny und den päpstlichen Legaten. Die Lage Saint-Monts an den Pilgerstraßen nach Santiago de Compostela begünstigte Beziehungen zu Spanien, die auch durch die Teilnahme gascognischer Adliger an der Reconquista gefestigt wurden. Die Architektur Saint-Monts bezeugt diese Verbindung.

Diese erste wissenschaftliche Monographie über die Grafschaft Armagnac und das Kloster Saint- Mont gibt Einblick in den erfolgreichen Aufbau eines mittelalterlichen Klosters und in die politische, ökonomische und soziale Situation einer südwestfranzösischen Region, die sich in der Folgezeit zu einer der bedeutendsten Grafschaften im Vorpyrenäenraum entwickelte.

Raphaela Averkorns Untersuchung liefert Überlegungen und Ergebnisse zur Entwicklung von Grafschaft, Kloster und Kirche im Hochmittelalter in Frankreich und zeigt, dass das Kloster Saint-Mont keineswegs - wie bisher immer angenommen wurde - ein zu vernachlässigendes Mitglied der cluniacensischen Gemeinschaft war, sondern ein vollwertiger Partner, der in das Netz der internationalen, europäischen Beziehungen eingebunden war.



Der Inhalt
1 Einleitung · 2 Beschreibung der Chartulare [2.1 Summarische Handschriftenbeschreibung der Chartulare; 2.2 Übrige Quellen] · 3 Die Geschichte Saint-Monts von der Gründung bis zum Niedergang (1036-1130) [3.1 Anfänge; 3.2 Jahre des Konflikts; 3.3 Prozess der Konsolidierung; 3.4 Höhepunkt und Niedergang des Priorats] · 4 Saint-Mont und seine laikalen Schenkgeber [4.1 Mitglieder des hohen Adels als Schenkgeber; 4.2 Milites und andere Personen als Schenkgeber] · 5 Saint-Mont in der Kirchenprovinz von Auch [5.1 Die Erzbischöfe von Auch; 5.2 Bischöfe und Äbte in Saint-Mont; 5.3 Päpstliche Legaten in Saint-Mont; 5.4 Abt Hugo von Cluny und Saint-Mont; 5.5 Saint-Mont in der Cluniacensis ecclesia] · 6 Die Mitglieder des Konvents von Saint-Mont [6.1 Priore und Mönche; 6.2 Saint-Mont und die Landkleriker] · 7 Anziehungskraft des Klosters auf die Laien [7.1 Saint-Mont als spirituelles Zentrum; 7.2 Die Rolle des Säkularabts im Armagnac; 7.3 Das Necrolog und das Martyrolog von Saint-Mont] · 8 Die Besitzlandschaft des Klosters Saint-Mont [8.1 Grundherrschaft und Bauern im Armagnac; 8.2 Phasen des klösterlichen Besitzzuwachses; 8.3 Dependenzen von Saint-Mont] · Auswahlbibliographie · Karten · Register





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