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Auslandseinsätze deutscher Kriegsschiffe im Frieden
Ein Titel aus der Buchreihe
Kleine Schriftenreihe zur Militär- und Marinegeschichte
Zu den Titeln dieser Buchreihe
Cord Eberspächer
Die deutsche Yangtse-Patrouille
Deutsche Kanonenbootpolitik in China im Zeitalter des Imperialismus 1900-1914
Kleine Schriftenreihe zur Militär- und Marinegeschichte Band 8 (ISSN 1617-3074)
2004. 372 S., 17 x 24 cm, 50 s/w-Fotogr., 1 geograph. Kart.
Kartonierte Ausgabe: ISBN 978-3-89911-006-7, € 43,50
Ausgabe in Bibliotheksleinen: ISBN 978-3-89911-016-6, € 61,50
Lieferbar

Inhaltsverzeichnis und Textauszüge        Buchbeschreibung       Das Buch im Urteil der Medien
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Zu diesem Buch
Die Anwesenheit deutscher Kanonenboote auf dem Yangtse ist heute weitgehend vergessen. Dabei war der Einsatz von Kriegsschiffen im Frieden während des deutschen Kaiserreichs 1871-1918 eine Selbstverständlichkeit. Gerade im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts spielte die Marine auch in der deutschen Chinapolitik eine bedeutende Rolle, und die Patrouillenfahrten der Kanonenboote auf dem Yangtse gehörten zu ihren wichtigsten Aktionsfeldern. Angesichts der zunehmenden Bedeutung von weltweiten Militäreinsätzen für Einheiten der Bundeswehr ist die Frage der Rolle des Militärs in der Geschichte der deutschen Außenbeziehungen zudem auch von großem aktuellen Interesse.
Cord Eberspächer untersucht in seiner Arbeit die deutsche Kanonenbootpolitik in China anhand des Beispiels der Yangtse-Patrouille. Er beleuchtet die deutsche Kanonenbootpolitik in China in dem komplexen Gefüge der deutschen und der internationalen Chinapolitik. Er erläutert dabei sowohl die Dienstroutine der deutschen Kanonenboote, ihr Verhältnis zu den deutschen Residenten in China und den diplomatischen und konsularischen Vertretern des Kaiserreichs, wie auch ihre Rolle in den Beziehungen zu China und den anderen westlichen Mächten.
Die Arbeit schließt eine wichtige Lücke in der Geschichte der deutsch-chinesischen Beziehungen und wirft mit dem Yangtseraum Licht auf einen Teil deutscher Chinapolitik, der über die Konzentration auf das Pachtgebiet Kiautschou lange vernachlässigt worden ist.
Auf diese "Lebensader" Chinas richteten sich Anfang des Jahrhunderts die Hoffnungen der deutschen Kaufleute in China. Der Yangtse wurde als Modellfall der Zusammenarbeit von Politik und Handel gesehen, hier sollte mit den Kanonenbooten "die Flagge dem Handel voran" gehen. Die Yangtse-Patrouille entstand im Zuge der Niederschlagung des sogenannten Boxeraufstandes. Im Sommer 1900 bekam die Funktion der Kriegsschiffe in den chinesischen Gewässern eine neue Qualität. Auch wenn der Schutz der eigenen Landsleute neben der Repräsentation der eigenen Nation und der Sicherung der eigenen Interessen bereits vorher eine wichtige Rolle gespielt hatte, erschien bereits während der Kriegshandlungen in Nordchina eine massive Präsenz von Kriegsschiffen erforderlich. Nach außen begründet mit der Sicherung der Yangtsemündung gegen eventuelle Operationen der chinesischen Flotte, diente eine Blockade durch eigens entsandte vier Linienschiffe – insgesamt gleichzeitig die größte deutsche Flottenkonzentration in Übersee überhaupt – eigentlich dazu, die eigenen Ansprüche gegen die anderen Mächte, allen voran Großbritannien, abzusichern.
Eine besondere Rolle spielten die deutschen Residenten. Die Problematik der sogenannten ‘men on the spot’ ist bislang aus deutscher Sicht nur wenig beachtet worden, ebenso gibt es kaum Untersuchungen über die Verhältnisse in den kleineren chinesischen Vertragshäfen. Wer waren die ‘men on the spot’, was für Ziele verfolgten sie und welche Konsequenzen hatte ihr Handeln? Das Interesse an militärmaritimer Präsenz seitens der deutschen Kaufmannschaft wurde nicht zuletzt durch die Finanzierung des Baus des Flusskanonenboots "Vaterland" deutlich. Der Verband der deutschen Flottenvereine im Ausland spendete 1903 300.000 M an das Reichsmarineamt für dieses speziell für den Yangtse bestimmte Schiff.
Ein zentraler Untersuchungskomplex von Cord Eberspächers Studie ist die ‚Funktionsweise’ der Yangtse-Patrouille im Rahmen des Ostasiatischen Kreuzergeschwaders, ihre Aufgaben und deren Durchführung. Einsätze in Übersee waren mit der Konzentration auf den Aufbau der Hochseeflotte unter Tirpitz selten geworden. Da aber viele Offiziere wie Mannschaften bei ihrem Eintritt in die Marine vor allem die Exotik fremder Länder vor Augen hatten, gehörten die Kommandos in Übersee zu den begehrtesten.
Eine weitere Fragestellung ist die deutsche Rolle innerhalb der internationalen Kanonenbootpolitik, d. h. die Untersuchung der ‚imperialistischen Konkurrenz’ in ihrem Verhältnis zur europäischen wie auch zur chinesischen Politik. Unabhängig von den europäischen/atlantischen Verhältnissen zwischen den westlichen Mächten wurde gegenüber China grundsätzlich kooperiert. Trotzdem fanden Ressentiments, wirtschaftliche Rivalität und nationales Machtstreben auch hier ihren Niederschlag und hatten entsprechende Auswirkungen auf die Handlungsweisen vor Ort.
Der Inhalt
Vorwort · 1. Einleitung [1.1 Kanonenbootpolitik und Imperialismus; 1.2 Forschungsstand und Fragestellung] · 2. Kanonenbootpolitik in China im 19. Jahrhundert [2.1 Die Opiumkriege (2.1.1 Exkurs: Das Vertragssystem); 2.2 Anfänge deutscher Kanonenbootpolitik in Ostasien (2.2.1 Die Eulenburg-Expedition, 2.2.2 Die Einrichtung der ostasiatischen Station); 2.3 Hankou und der Yangtse] · 3. Kanonenbootpolitik im Boxeraufstand [3.1 Vom Scramble for China bis zum Boxeraufstand; 3.2 Der Boxeraufstand und das Yangtsetal] · 4. "The German Watch on the Yangtze" [4.1 Übergang zum Routinedienst; 4.2 Die Yangtse- Patrouille: Organisation und Alltag (4.2.1 Institutionelle Struktur und Aufgaben der Kommandanten, 4.2.2 Traum und Wirklichkeit: Die Attraktivität des Überseedienstes und der Alltag in Ostasien)] · 5. Kanonenboote auf dem Yangtsekiang [5.1 Das "Projekt" Yangtsekiang und das Flusskanonenboot VATERLAND; 5.2 Die Stationen im Yangtsegebiet (5.2.1 Der "Mixed Court Riot" in Shanghai, 5.2.2 Die Stationärsfrage in Hankou, 5.2.3 Changsha und der Süden, 5.2.4 Der obere Yangtse)] · 6. Die "Poyang-Frage" und die internationale Politik in China [6.1 Recht oder Macht: China und die Poyang-Frage; 6.2 Der Hintergrund der deutschen Kanonenbootpolitik: Internationale Beziehungen in China zwischen 1902 und 1911] · 7. Die chinesische Revolution [7.1 Vorgeschichte der Xinhai-Revolution; 7.2 Die Revolution von 1911; 7.3 Die Republik China bis zur Zweiten Revolution 1913] · 8. Das Ende der deutschen Kanonenbootpolitik in China [8.1 Schlussoffensive: Projekte deutscher Kulturpolitik am Vorabend des Ersten Weltkriegs; 8.2 Der Kriegsausbruch und seine Folgen] · 9. Schlussbetrachtung · 10. Quellen- und Literaturverzeichnis [10.1 Unveröffentlichte Quellen; 10.2 Veröffentlichte Quellen; 10.3 Memoiren und zeitgenössische Literatur; 10.4 Literatur] · Register